Libelle

 

Christoph de Temples Bilder führen ein Doppelleben. Mindestens eines, manchmal auch mehrere. Die verschiedenen Teile, aus denen sich die Kompositionen zusammensetzen, stammen aus Kunst und Musik – und außerdem aus der eigenen Biographie. Trotzdem bilden sie eine Einheit, einerseits ein Bild einer besseren Welt, eines Wunsches nach befriedigendem, innerem Rhythmus‘, eines persönlichen Königreichs, in dem Natur und die nächste Umgebung, Musik und Kunst harmonisch zusammenleben. Andererseits sind de Temples Werke komplexe Farbkompositionen auf Leinwand und damit auch Teil eines intensiven Dialogs mit der eigenen Geschichte.

Der Auftakt ist niemals leise. Vielmehr ist er anregend und vielschichtig. Es liegt Musik in der Luft. Jedoch nur so anregend und zugleich entspannend, dass sie Ihr Zimmer, das den Werken Christoph de Temples gewidmet ist, als Refugium der Erholung und Inspiration genießen können.

2008, mit gerade 47 Jahren viel zu früh verstorben, besaß der Neffe Günther de Temples einausgeprägtes Gespür für Form und Farbe. „Was mich interessiert“, betonte er oft, „ist eine Farbigkeit, die ähnlich funktioniert wie der Zusammenklang von Tönen in einem Akkord.“

Nach dem Studium in Mannheim bei Karl Rödel und in Karlsruhe, zuletzt als Schüler von Peter Ackermann, arbeitete er in Amsterdam und Berlin. 1993 ließ sich de Temple im elsässischen Lauterbourg nieder. Das kleine französische Städtchen liegt unweit der Grenze, direkt an einer Bahnlinie inmitten idyllischer Natur. Im sogenannten Pumphaus, ursprünglich zum Befüllen der Wassertanks der vorbeikommenden Dampfloks errichtet, fand er sein Atelier. Dort entstanden Werke, die Malerei und Musik nachspürten und sich um Dogmen nicht scherten. Dort war er Maler und Musiker, de Tempe schrieb und produziere eigene Songs, unterrichtete Gitarre und Bass.

Sein ausgeprägtes Faible für Kunst und Musik spiegeln auch die Werke in Wirtshaus und Restaurant. Entdecken Sie dort die Skulptur seines Hahns und zahlreiche andere Arbeiten auf Ihrem Weg durch die Auberge. Immer dann, wenn sie Arbeiten sehen, in denen Klänge in Farbe übersetzt zu sein scheinen, stehen Sie vor einem Christoph de Temple.

 

CHRISTOPH DE TEMPLE (1960-2008)

 

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